„Schätzen Sie sich selbst als behindert ein?“ – RollOn-Aktion sorgt für Aufsehen

Ein blockierter Behindertenparkplatz ist für viele Menschen mehr als nur ein Ärgernis. Für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer kann er zur unüberwindbaren Barriere werden. Während andere Autofahrer lediglich einen anderen Parkplatz suchen müssen, kann für Menschen mit Mobilitätseinschränkung der Zugang zu ihrem Ziel komplett unmöglich werden.
Behindertenparkplätze sind bewusst breiter als herkömmliche Stellflächen. Dieser zusätzliche Raum wird benötigt, damit eine Autotür vollständig geöffnet werden kann und ausreichend Platz für den Rollstuhl vorhanden ist. Viele Betroffene steigen seitlich vom Autositz direkt in ihren Rollstuhl um. Wird der Platz durch ein anderes Fahrzeug blockiert oder zugeparkt, fehlt der notwendige Bewegungsraum. Ein sicheres Aussteigen ist dann oft nicht mehr möglich.
Hinzu kommt der erforderliche Wendekreis. Rollstühle benötigen mehr Platz zum Rangieren als Fußgänger. Häufig müssen auch Hilfsmittel wie Rampen oder Hebevorrichtungen genutzt werden. Ohne freie Fläche neben dem Fahrzeug können diese Hilfen nicht eingesetzt werden.
Behindertenparkplätze befinden sich zudem in unmittelbarer Nähe von Eingängen zu Geschäften, Arztpraxen oder öffentlichen Einrichtungen. Viele Menschen mit Behinderung können nur kurze Strecken zurücklegen oder sind vollständig auf den Rollstuhl angewiesen. Wenn der reservierte Parkplatz blockiert ist, bedeutet das häufig längere Wege, unüberwindbare Bordsteine oder schlicht keinen erreichbaren Zugang zum Gebäude.
Was für manche ein „kurzer Halt“ ist, kann für andere den Alltag massiv einschränken. Termine werden verpasst, Einkäufe bleiben unerledigt oder der Zugang zu wichtigen Dienstleistungen wird verhindert. Deshalb sind Behindertenparkplätze rechtlich geschützt und dürfen ausschließlich von berechtigten Personen genutzt werden.
Die Freihaltung dieser Parkflächen ist kein Akt der Höflichkeit, sondern eine Frage der Teilhabe. Jeder freie Behindertenparkplatz trägt dazu bei, dass Menschen mit Behinderung selbstbestimmt am öffentlichen Leben teilnehmen können.
Wollen Sie diese Aktion unterstützen?
Dann bestellen Sie das „Humane Strafmandat“ von RollOn Austria. Damit können Sie Menschen, die unberechtigt auf einem Behindertenparkplatz stehen, auf respektvolle, aber deutliche Weise auf das Problem aufmerksam machen.
