22.01.26 / 18.00 Uhr / tt.com und rollon.at / Andy Holzer in der 51. Serie LICHTblicke

Der 22. Juli 2025: Andi Holzer erzählt seine bislang verborgenste Geschichte.

Andi Holzer ist blind geboren. Keine Farben, keine Horizonte, kein Blick auf Gipfel – und doch wächst er mit einer tiefen Gewissheit auf: Die Welt ist da, um entdeckt zu werden. Seine Eltern schenken ihm das größte Geschenk überhaupt – Vertrauen. Sie sagen nicht: „Du kannst das nicht“, sondern: „Wir finden deinen Weg.“ Und dieser Weg führt ihn dorthin, wo andere vor Ehrfurcht stehenbleiben: in die Berge.

Schon als Kind beginnt Andi zu klettern. Er hört den Wind, spürt den Fels, riecht Moos, Schnee und Stein. Wo andere sehen, fühlt er. Die Berge werden für ihn nicht zum Hindernis, sondern zum Gegenüber – ehrlich, unbestechlich, klar. Der Berg weiß nicht, dass Andi blind ist. Er reagiert nur auf jeden Schritt, auf jedes Denken, auf jede Entscheidung. Und genau darin liegt für Andi Holzer die Wahrheit.
Er steigt nicht, um höher zu sein als andere. Er steigt, um ein inneres Bild entstehen zu lassen. Um den Berg zu „sehen“ – mit Händen, Füßen, Herz und Vorstellungskraft. Diese Haltung trägt ihn mit Hilfe seiner Bergkameraden bis auf die höchsten Gipfel der Erde. 2017 steht Andi Holzer auf dem Mount Everest. Ohne Augenlicht. „Ich habe den Everest ohne Zuhilfenahme von Licht bestiegen“, sagt er später – ein Satz, der mehr erklärt als jede Rechtfertigung.

Doch das Leben stellt ihm eine noch größere Prüfung. Am 22. Juli 2025 reißt es ihn plötzlich aus dem Alltag. Ein Aneurysma, eine schwere Hirnblutung. Andi bricht zusammen. Wochen im künstlichen Tiefschlaf folgen, Monate in Kliniken und Rehabilitation. Ein Leben zwischen Sein und Nichtsein. Zwischen Abschied und Neubeginn. In dieser Zeit ist die Familie und Gabi, seine Lebenspartnerin, jeden einzelnen Tag an seiner Seite. Still, geduldig, liebevoll. Sie hält ihn, wenn er selbst nicht mehr halten kann. Andi sagt später: Nicht nur sein trainierter Körper hat ihn gerettet – es war vor allem diese bedingungslose Nähe. Die Liebe der Familie, die nicht fordert, sondern bleibt.

In der 51. Serie LICHTblicke & Wegweiser öffnet Andi Holzer sein Herz und in einem stillen, tief getragenen Gespräch mit Marianne Hengl spricht er über sein neues Leben – über das Dazwischen, über das Loslassen und über das Wiederankommen im Leben zwischen Tod und Wiederauferstehung.

„Mir war es wichtig“, sagt Andi Holzer, „diese Geschichte, die mich am 22. Juli eingeholt hat, mit einem Menschen wie Marianne zu besprechen, die selbst alle Höhen und Tiefen des Lebens kennt.“ Mit jemandem, der weiß, was es heißt, zu fallen, zu kämpfen und wieder aufzustehen – nicht trotz der Herausforderungen, sondern mit ihnen.

So wird dieses Gespräch mehr als ein Interview. Es wird zu einem Raum des Vertrauens und des Verstehens. Andi erzählt von einer neuen Form der Demut, von der Erkenntnis, dass Erfolg relativ ist. Dass ein Gipfel und ein geflochtener Korb die gleiche Würde haben. Dass das Leben nicht am höchsten Punkt entscheidet, sondern im Dazwischen.
Heute inspiriert Andi Holzer nicht durch Rekorde, sondern durch Haltung. Er zeigt, dass Mut leise sein kann. Dass Stärke nicht im „Immer-Weiter“ liegt, sondern im Innehalten. Und dass Sehen nicht in den Augen beginnt, sondern im Herzen.

ANDI HOLZER! Ein Mensch, der Berge versetzt – nicht, weil er sie bezwingt, sondern weil er ihnen zuhört.