20.08.26 / 18.00 Uhr / Livestream auf tt.com: Marianne Hengl trifft den sehbehinderten Spitzensportler Johannes Aigner in der 58. Serie LICHTblicke

Was möglich wird, wenn niemand sagt: „Das kannst du nicht“. Marianne Hengl trifft den sehbehinderten Spitzensportler Johannes Aigner in der 58. Serie LICHTblicke in Wolfurt bei der Firma Doppelmayr.
Donnerstag, 20.08.2026
18:00 Uhr / Livestream auf TT.com, RollOn.at und in den Sozialen Medien
Fünffacher Paralympics-Sieger, vierfacher Weltmeister, Ausnahmeathlet – doch Johannes Aigner möchte nicht über Medaillen definiert werden. In der 58. Ausgabe der Serie LICHTblicke spricht Marianne Hengl mit dem jungen Vorarlberger über das, was hinter seinen sportlichen Erfolgen steht: eine Familie, die nie in Grenzen dachte, eine Sehbehinderung, die ihn von Geburt an begleitet, und die Überzeugung, dass aus vermeintlichen Schwächen ungeahnte Stärken entstehen können.
Gemeinsam mit seinen beiden ebenfalls sehbehinderten Schwestern wächst Johannes in einer Familie auf, in der das Motto „Geht nicht, gibt’s nicht“ nicht nur ein Spruch, sondern gelebter Alltag ist. Seine Eltern behandeln ihre Kinder nie anders, sondern ermutigen sie, Neues auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Wege zu gehen. Schon früh entdeckt Johannes seine Leidenschaft für den Skisport – zunächst aus Freude an der Bewegung, später mit außergewöhnlichem Ehrgeiz und beeindruckendem Talent. Was als Skikurs beginnt, führt ihn bis an die Weltspitze des paralympischen Skisports.
Veronika und Johannes Aigner haben bei den Winter-Paralympics unzählige Medaillen gewonnen
Offen spricht Johannes darüber, wie sich seine Sehbehinderung im Alltag bemerkbar macht. Nicht das Skifahren stellt für ihn die größte Herausforderung dar, sondern scheinbar selbstverständliche Dinge wie Autofahren, Einkaufen oder die Berufswahl. Moderne Hilfsmittel erleichtern vieles, dennoch bleibt die Abhängigkeit von anderen Menschen in manchen Situationen bestehen. Gleichzeitig zeigt Johannes eindrucksvoll, dass Selbstständigkeit nicht bedeutet, alles alleine machen zu müssen, sondern den eigenen Weg mit den richtigen Unterstützungen selbstbestimmt gestalten zu können.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist der Parasport. Johannes beschreibt die enorme Disziplin und Professionalität, die hinter seinen Erfolgen stehen – körperlich, mental und organisatorisch. Gleichzeitig spricht er offen über bestehende Unterschiede zwischen olympischem und paralympischem Spitzensport, über fehlende öffentliche Aufmerksamkeit, finanzielle Herausforderungen und den täglichen Einsatz, den viele Athletinnen und Athleten zusätzlich leisten müssen. Dennoch verliert er nie den Blick auf das Positive und betont die große Bedeutung des Paralympischen Komitees sowie des Bundesheeres, das ihm als Leistungssportler wichtige Perspektiven eröffnet hat.
Besonders berührend erzählt Johannes von seinem Guide – jenem Menschen, dem er auf der Skipiste vollkommen vertrauen muss. Im Bruchteil einer Sekunde entscheiden Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und blindes Vertrauen über Erfolg oder Misserfolg. Dieses außergewöhnliche Zusammenspiel macht deutlich, dass Spitzenleistungen niemals allein entstehen. Ebenso bewegend spricht Johannes über seine Freundin Lena, für die seine Sehbehinderung nie im Mittelpunkt stand. Für beide zählen nicht Äußerlichkeiten, sondern Charakter, Vertrauen und gemeinsame Werte.
Zum Abschluss richtet Johannes einen eindringlichen Appell an Eltern, Lehrpersonen und die Gesellschaft: Menschen mit Behinderungen sollten nicht vorschnell gesagt bekommen, was sie alles nicht können. Viel wichtiger sei es, ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen und sie Erfahrungen sammeln zu lassen.
Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass oft nicht die Behinderung selbst die größte Barriere ist, sondern die Grenzen, die andere Menschen im Kopf ziehen. Mit Optimismus, Bodenständigkeit und außergewöhnlichem Ehrgeiz macht Johannes Aigner Mut, den eigenen Weg zu gehen – unabhängig davon, welche Herausforderungen das Leben bereithält.

