05.07.26 / 20.04 Uhr / Radio Tirol: Elisabeth Buchauer ist Gast von Marianne Hengl und Diana Foidl in ORF Radio Tirol

Diana Foidl, Elisabeth Buchauer, Marianne Hengl

Die Kraft einer Mutter.

Der Alltag von Elisabeth Buchauer ist seit beinahe zwei Jahrzehnten von Pflege, Krankenhausaufenthalten und ständiger Ungewissheit geprägt. Trotz schwerer Schicksalsschläge hat sie mit ihrer Familie nie aufgehört, nach vorne zu schauen. Davon erzählt die 55-Jährige aus Maria Stein in der Sendung „Stehaufmenschen“.

Elisabeth Buchauer wächst im Tiroler Alpbachtal in einer eng verbundenen Familie auf. Früh findet sie ihr privates Glück mit ihrem späteren Ehemann Richard. Doch die erste gemeinsame Tochter Stefanie stirbt nur zwei Wochen nach ihrer Geburt an einem schweren angeborenen Herzfehler. Psychologische Unterstützung gibt es damals kaum, stattdessen wird von den Eltern erwartet, möglichst rasch in den Alltag zurückzukehren.

Später schenkt ihr das Leben zwei gesunde Söhne, doch der tödliche Paragleitunfall ihres Bruders erschüttert sie bis ins Mark.

Ein Leben bestimmt von Angelinas Erkrankung.

2006 kommt Tochter Angelina zur Welt. Zunächst scheint sie gesund zu sein, doch bereits nach wenigen Wochen verändert sich alles. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten lautet die Diagnose Epilepsie, verbunden mit schweren neurologischen Schäden. Die Ärzte geben dem Mädchen damals nur eine Lebenserwartung von zwei Jahren – heute ist Angelina 19 Jahre alt.

Die ersten drei Jahre verbringen Elisabeth Buchauer und Angelina nahezu vollständig in der Klinik. Während Elisabeth an der Seite ihrer Tochter bleibt, kümmert sich ihr Mann um den Familienbetrieb und die beiden Söhne. Im Laufe der Jahre folgen unzählige Therapien, Rückschläge und schwierige Entscheidungen. Irgendwann beschließen die Eltern, nicht mehr jede medizinische Möglichkeit auszuschöpfen, sondern Angelinas Wohlbefinden in den Mittelpunkt zu stellen. Ein eigenes, barrierefreies Zuhause mit Intensivzimmer ermöglicht es der Familie, ihre Tochter bis heute daheim zu pflegen.

Kraft aus kleinen Momenten.

Der Pflegealltag verlangt der Familie viel ab. Soziale Kontakte gehen verloren, Freundschaften zerbrechen, und viele Menschen wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Gleichzeitig erlebt Elisabeth aber auch große Hilfsbereitschaft – durch engagierte Pflegekräfte, das Palliativteam und Menschen, aus deren Unterstützung echte Freundschaften entstanden. Immer wieder gibt es Augenblicke, die Kraft schenken: Ein Ausflug in die Berge, die beruhigende Wirkung von Alpakas auf Angelina oder der erfüllte Wunsch, gemeinsam ein Gipfelkreuz zu erreichen.

Die körperlichen und seelischen Belastungen sind nach fast 20 Jahren nicht spurlos an Elisabeth vorbeigegangen. Umso wichtiger sind für sie kleine Auszeiten. Besonders die Berge sind für sie zu einem Ort geworden, an dem sie Kraft schöpfen kann. Trotz aller Herausforderungen blickt die Familie nicht auf das, was fehlt, sondern auf das, was möglich ist – und ist dankbar für jeden gemeinsamen Tag mit Angelina.

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